Gemeinsame Projektwoche ermöglicht Jugendlichen praktische Einblicke in MINT, Ausbildung und Studium
Mönchengladbach, 21. Juli 2026. Programmieren, löten, konstruieren, nähen, funken und sogar eigene Skateboards bauen: In der letzten Woche vor den Sommerferien erlebten Schülerinnen und Schüler der Realschule Volksgarten, der Geschwister-Scholl-Realschule und des Berufskollegs Rheydt-Mülfort eine vielseitige Projektwoche rund um Technik, Kreativität und Berufsorientierung.
Gemeinsam mit zahlreichen regionalen Partnern entstand ein abwechslungsreiches Programm, bei dem die Jugendlichen nicht nur neue Technologien und Berufsfelder kennenlernten, sondern vor allem selbst aktiv wurden. Sie entwickelten eigene Ideen, arbeiteten mit digitalen Werkzeugen, stellten Werkstücke her und erprobten typische Arbeitsweisen aus technischen, handwerklichen und kreativen Berufen.
Künstliche Intelligenz und Bewerbungskompetenzen
An der Realschule Volksgarten beschäftigten sich die neunten Klassen in verschiedenen Workshops mit künstlicher Intelligenz, digitalen Medien, Programmierung und dem Bewerbungsprozess.
Als „KI-Detektive“ untersuchten die Jugendlichen, wie sich künstlich erzeugte oder manipulierte Inhalte erkennen lassen. In weiteren Angeboten nutzten sie digitale Werkzeuge, um ihre eigenen Interessen und Stärken zu reflektieren und passende Berufsfelder kennenzulernen.
Auch die konkrete Vorbereitung auf Ausbildung und Beruf spielte eine wichtige Rolle. Die Schülerinnen und Schüler übten Bewerbungsgespräche, beschäftigten sich mit professionellen Bewerbungsprofilen und produzierten kurze Bewerbungsvideos. Ein Roblox-Workshop vermittelte darüber hinaus erste Grundlagen des Programmierens und des logischen Denkens.
Ergänzt wurde das Programm durch ein Angebot der AWO. Dabei setzten sich die Jugendlichen mit ihren persönlichen Stärken auseinander und erhielten Einblicke in soziale Berufe und die dortigen Ausbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten.
Smarte Tischlampen und Word Clocks im DigiLab
Ein weiterer Schwerpunkt der Projektwoche war die Zusammenarbeit mit dem DigiLab der Hochschule Niederrhein. Knapp 120 Schülerinnen und Schüler besuchten den Campus und bauten dort unter fachkundiger Anleitung eine eigene smarte Tischlampe.
Nach einer Einführung in den Hochschulstandort und einer Sicherheitsunterweisung lernten die Jugendlichen den Umgang mit Werkzeugen, isolierten Kabel ab und sammelten erste Erfahrungen beim Löten. Anschließend verbanden sie Mikrocontroller, LEDs und Stromversorgung zu einer funktionsfähigen Lampe.
Zum Abschluss der Projektwoche kamen am Freitag Teilnehmende des Amateurfunk-Workshops gemeinsam mit weiteren Schülerinnen und Schülern der Realschule Volksgarten und der Geschwister-Scholl-Realschule erneut im DigiLab zusammen. Dort bauten sie eine sogenannte Word Clock. Diese besondere Uhr zeigt die aktuelle Uhrzeit nicht durch Ziffern, sondern mithilfe beleuchteter Wörter an.
Vom digitalen Entwurf zum eigenen Skateboard
Im Projekt der Rollbrett Union entwickelten und bauten die Jugendlichen ihre eigenen Skateboards. Zunächst gestalteten sie am Laptop individuelle Entwürfe für ihre Boards. Anschließend wurden die Skateboards unter fachkundiger Anleitung zusammengebaut und kreativ gestaltet.
Zum Abschluss konnten die Schülerinnen und Schüler ihre selbst gebauten Boards direkt ausprobieren. Das Projekt verband auf anschauliche Weise digitales Design, handwerkliches Arbeiten, Kreativität und Bewegung.
Digitale Konstruktion trifft textiles Gestalten
In der JuniorUni beschäftigten sich die Teilnehmenden mit 3D-Konstruktion, Grafikdesign und Nähen. Ein Teil der Jugendlichen arbeitete mit der professionellen CAD-Software Fusion 360, die auch in technischen Ausbildungsberufen und Unternehmen eingesetzt wird. Dabei lernten sie, wie aus einer ersten Idee ein präzises dreidimensionales Modell entsteht.
In einem weiteren Projekt entwickelten jüngere Schülerinnen und Schüler mit der Grafiksoftware Affinity Designer eigene Logos und Motive. Die Entwürfe wurden anschließend für den 3D-Druck aufbereitet und auf einem flexiblen Gitternetz umgesetzt. Daraus entstanden individuell gestaltete Rucksäcke und Kissenbezüge, die von den Jugendlichen selbst genäht wurden.
Amateurfunk weckt neue Begeisterung
Der Deutsche Amateur-Radio-Club ermöglichte den Schülerinnen und Schülern einen besonderen Einblick in die Welt der Funktechnik. In einem viertägigen Workshop beschäftigten sie sich mit der Geschichte der drahtlosen Kommunikation, dem Morsealphabet und der Technik unterschiedlicher Funkgeräte.
Nach der theoretischen Einführung untersuchten die Jugendlichen Funkgeräte und bauten eigene kleine Sender für eine sogenannte Fuchsjagd. Dabei musste ein versteckter Funksender mithilfe der selbst gebauten Technik aufgespürt werden.
Wie nachhaltig das Angebot wirkte, zeigte sich noch während der Projektwoche: Rund die Hälfte der teilnehmenden Jugendlichen besuchte anschließend erstmals ein Vereinstreffen des Amateur-Radio-Clubs.
„Die Projektwoche zeigt, wie abwechslungsreich und praxisnah Berufs- und Studienorientierung gestaltet werden kann. Die Jugendlichen haben nicht nur über Berufe und Technologien gesprochen, sondern selbst programmiert, konstruiert, gelötet, gestaltet und gebaut. Genau solche Erfahrungen können Interessen wecken und jungen Menschen neue Perspektiven für ihre berufliche Zukunft eröffnen“, sagt Björn Hollburg, Projektleiter für MINT-Förderung bei der WFMG – Wirtschaftsförderung Mönchengladbach GmbH.
Gemeinsames Engagement ermöglicht vielseitiges Programm
Koordiniert wurde die Projektwoche durch die zdi-Community Mönchengladbach und dem Team von skillzUp in enger Zusammenarbeit mit den beteiligten Schulen und den regionalen Bildungs- und Umsetzungspartnern.
Teile der angebotenen Kurse und Workshops wurden im Rahmen des Förderprogramms zdi-BSO-MINT ermöglicht. Weitere Bestandteile der Projektwoche, darunter auch das Skateboardprojekt, wurden durch SkillzUp gefördert. Die JuniorUni und die MGconnect-Stiftung brachten sich ebenfalls in die Konzeption und Umsetzung der Projektwoche ein.
An der praktischen Durchführung beteiligten sich darüber hinaus das DigiLab der Hochschule Niederrhein, die Rollbrett Union, die AWO, der Deutsche Amateur-Radio-Club sowie zahlreiche engagierte Dozentinnen und Dozenten.
Durch das Zusammenspiel von Schulen, Hochschule, Bildungsakteuren, Vereinen und Förderpartnern entstand eine Projektwoche, die technische Bildung, Kreativität und Berufsorientierung miteinander verband und bei den Jugendlichen sichtbare Ergebnisse und bleibende Eindrücke hinterließ.
